Schüler der Grundschule Garching-Ost interviewen Paul Maar

Über einen ganz besonderen Ehrengast freuten sich die knapp 300 Schülerinnen und Schüler der Grundschule Garching-Ost am 9. April 2018: Paul Maar, einer der beliebtesten und erfolgreichsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren, stattete der Schule einen Besuch ab.
Die Kinder der Grundschule Garching-Ost durften einige Fragen an Paul Maar stellen.

Kind:
„Warum heißt das Sams Sams?“
Paul Maar:
„Das ist ganz klar. Wenn er am Freitag schon frei bekommt, dann muss am Samstag der Sams, Sams heißen.“

Kind:
„In welchem Buch sind die meisten Reime?“
Paul Maar:
„Es gibt ein Buch, das heißt Jaguar und Neinguar. Denn wenn es einen Jaguar gibt, dann muss es auch einen Neinguar geben. Da sind die meisten Reime. Der Jaguar sagt immer „Ja“ und der Neinguar sagt immer „Nein“. Einer geht so: Jaguar und Neinguar, die trafen auf ein Huhn. Das sagte, wir sollten alle mehr für die Gesundheit tun. Der Jaguar sagt ja, der Neinguar sagt nein. Der Jaguar Land schwimmen, der Neinguar Latein.“

Kind:
„Welches Ihrer Bücher finden Sie am schönsten?“
Paul Maar:
„Das ist eine schwierige Frage. Das ist wie, wenn man einen Vater mit fünf Kindern fragen würde, welches Kind er am liebsten hat. So ähnlich ist es mit meinen Büchern. Aber eines, was ich ganz besonders mag, das heißt Lippels Traum. Der Junge heißt Philipp, sein Spitzname ist Lippel, und ist ein richtiger Träumer, wie ich das als Kind auch war.“

Kind:
„Wie lange haben Sie schon Bücher geschrieben?“
Paul Maar:
„Mein erstes Buch habe ich geschrieben, als ich 30 war. Also ist es jetzt schon 50 Jahre her, denn ich bin schon 80. Das erste Buch hieß „Der tätowierte Hund“ und das gibt es immer noch, denn üblicherweise gibt es ein Buch so fünf bis zehn Jahre, wird dann vergessen und der Verlag druckt das nicht mehr. Also das gibt es seit 50 Jahren immer noch.“

Kind:
„Wie viele Seiten hat dein dickstes Buch?“
Paul Maar:
„Mein dickstes Buch, das weiß ich zufälligerweise genau, das hat 320 Seiten und heißt „Onkel Florians fliegender Flohmarkt“. Und daran habe ich sicher ein dreiviertel Jahr gearbeitet.“

Kind:
„Wie lange schreiben Sie an einem Buch?“
Paul Maar:
„Es kommt drauf an, wenn es so ein dünnes Buch ist, wie diese Erstlesebücher, die haben höchstens 60 Seiten, dann schreibe ich 14 Tage bis drei Wochen, wenn ich die Geschichte schon ungefähr weiß. Es gibt aber Bücher, an denen schreibe ich mindestens ein halbes Jahr.“

Kind:
„Welches Buch haben Sie als letztes geschrieben?“
Paul Maar:
„Als letztes habe ich geschrieben: Snuffi Hartenstein. Das gibt es noch nicht, das erscheint im Herbst. Snuffi Hartenstein ist ein unsichtbarer Hund. Da gibt es einen Jungen, der heißt Niko und hat einen unsichtbaren Hund. Als er dann einen Freund kriegt, schickt er seinen unsichtbaren Hund weg. Nun geht es darum, wo landet der unsichtbare Hund? Und dann schlägt man um, denn dann sitzt der unsichtbare Hund Snuffi Hartenstein auf einer völlig leeren Seite und fragt sich: „Wo bin ich hier überhaupt? Hier gibt es gar nichts.“ Und sagte weiter: „Der Junge hat sich mich vorgestellt und dann gab es mich. Nun stelle ich mir auch was vor. Ich stelle mir einen Weg vor.“ Dann blättert man um und sieht wie der Hund einen Weg entlangläuft. Dann stellt er sich einen Baum vor, damit er dort sein Bein heben kann. Dann baut er sich eine Welt auf und dann kommt ein Kater, der ihn nicht leiden kann. Ich möchte aber nicht zu viel verraten. Die erscheint jedenfalls im Herbst.“

Kind:
„Wie viele Bücher haben Sie geschrieben?“
Paul Maar:
„Ich weiß es selber nicht mehr. Es waren so ungefähr 60. Man steht ja nicht ständig vor seinem Bücherregal und zählt seine Bücher. Ich habe aber alle meine Bücher im Regal nebeneinanderstehen. Meine Bücher sind inzwischen in 40 Sprachen übersetzt. Deswegen brauche ich sehr viel Platz. Aber Sams ist zum Beispiel nicht das meist übersetzte Buch, da man den Beginn der Geschichte, also die Wochentage so schwer übersetzen kann. Mein meist übersetztes Buch ist „Lippels Traum“.“

Kind:
„Welches Buch hat sich am meisten verkauft?“
Paul Maar:
„Das heißt „Eine Woche voller Samstage“.“

Kind:
„Wie lange haben Sie für das Buch „Das große Buch von Paul Maar“ gebraucht?“
Paul Maar:
„Das ist erstens Mal dick und zweitens doppelt so groß wie ein normales Buch. Da habe ich versammelt die schönsten Geschichten, die ich jemals geschrieben habe. Das ist der eine Teil. Dann habe ich ungefähr 20 neue Geschichten dazu geschrieben und viele Gedichte. Da habe ich alles in allem ein halbes Jahr gebraucht, dann war es fertig.“

Kind:
„Wissen Sie vorher schon genau, über was Sie schreiben wollen oder vertrauen Sie Ihrer Phantasie?“
Paul Maar:
„Das ist nicht leicht und nicht immer gleich zu beantworten. Manchmal habe ich eine feste Idee und da denke ich: „So, darüber möchte ich etwas schreiben!“ und weiß schon ungefähr, wie es laufen wird. Manchmal fange ich an und lasse mich von der Geschichte treiben und lerne dann meine eigenen Figuren so gut kennen, dass ich merke: Nein, das geht nicht.“

 
Nachdem Paul Maar zahlreiche Unterschriften gegeben hatte, gewährte er sogar noch eine kurze Fragerunde. Die Klasse 3c, mit den Interviewern Emilia Ohloff und Ben Harloff, haben sich dafür spezielle Fragen ausgedacht.

Emilia:
„Wie lange brauchen Sie für die Herstellung eines eigenen Buches?“
Paul Maar:
„Zwischen drei Monaten und einem halben Jahr.“

Ben:
„Wie viele Geschichten/Bücher haben Sie schon geschrieben?“
Paul Maar:
„Mindestens 60.“

Emilia:
„Wieso schreiben und publizieren Sie Bücher?“
Paul Maar:
„Weil es mir Spaß macht.“

Ben:
„Wann und wo kommen Sie auf Ihre Ideen?“
Paul Maar:
„In der Badewanne oder morgens nach dem Aufwachen oder auch oft im Zug.“

Emilia:
„Welche Medien durchforsten Sie vor dem Bücherschreiben?“
Paul Maar:
„Keines. Nur meine Fantasie.“

Ben:
„Wie gemütlich ist Ihr Schreibtisch eingerichtet?“
Paul Maar:
„Leider ist mein Schreibtisch immer viel zu vollgeladen, weil ich es nicht schaffe Ordnung zu halten.“

Emilia:
„Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?“
Paul Maar:
„Ich setzte mich morgens nach dem Frühstück an den Schreibtisch und schreibe bis mir nichts mehr einfällt, dann ist es meistens nachmittags um zwei. Dann mach ich ein kleines Mittagessen und gehe spazieren. Manchmal setze ich mich noch abends an den Schreibtisch.“

Ben:
„Und haben Sie überhaupt noch Freizeit?“
Paul Maar:
„Ab und zu habe ich schon noch Freizeit.“

Emilia:
„Wo liegen Ihre Vorlieben als Buchautor bzw. als Leser?“
Paul Maar:
„Ich lese keine Kinderbücher, sondern Bücher, die für Erwachsene geschrieben sind. Man hat nicht so viel Zeit. Dann lese ich schon Bücher, die für mich bestimmt sind, also für den Erwachsenen. Romane lese ich gerne.“

Ben:
„Welche Ratschläge geben Sie jungen Autoren mit auf den Weg?“
Paul Maar:
„Sie sollen sich nicht vom Verlag beeinflussen lassen. Weil die Verlage sagen: Ach, Drachengeschichten sind im Moment sehr modern oder Rittergeschichten oder Phantasiegeschichten. Junge Autoren sollen die Geschichte schreiben, die ihnen am Herzen liegt.“

Emilia:
„Wer war/ist Ihr Vorbild?“
Paul Maar:
„Mein Vorbild, den kennst du nicht. Das sind Schriftsteller, die für Erwachsene geschrieben haben. Laurence Sterne, Nabokov.“

Ben:
„Was wollten Sie als Kind werden?“
Paul Maar:
„Als Kind wollte ich Forscher in Afrika werden.“

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