Besuch von Frau Lipp vom Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund München

Besuch von Frau Lipp vom Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund München

Im Rahmen des HSU-Unterrichts zum Lernbereich „Körper und Gesundheit“ durften die Schülerinnen und Schüler der 3. Klassen Frau Lipp vom Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund München begrüßen.

Schon im Vorfeld war die Aufregung groß. Die Kinder hatten sich viele Fragen überlegt und begegneten Frau Lipp von Anfang an sehr offen, neugierig und wissbegierig. In einer vertrauensvollen Atmosphäre beantwortete sie jede einzelne Frage ehrlich, geduldig und ohne Vorbehalte, aber auch mit viel Humor.

Besonders spannend fanden die Kinder die persönlichen Einblicke in ihren Alltag. Sie erzählte, dass sie nicht von Geburt an blind ist und wie sich ihr Leben dadurch verändert hat. Sehr berührend berichtete sie von ihrem weißen Schäferhund, ihrem treuen Begleithund, der sie viele Jahre unterstützt hat und inzwischen leider verstorben ist. Außerdem schilderte sie anschaulich, wie sie den Alltag mit ihren Kindern trotz ihrer Sehbeeinträchtigung erfolgreich gemeistert hat.

Frau Lipp erklärte den Kindern, wie sie Münzen und Geldscheine allein durch Ertasten unterscheiden kann. Die Schülerinnen und Schüler durften die unterschiedlichen Größen und Strukturen selbst erfühlen und waren überrascht, wie gut sich die einzelnen Münzen und Scheine unterscheiden lassen.

Auch das Einschenken eines Getränks konnten die Kinder selbst ausprobieren. Mithilfe eines speziellen Sensors, der auf den Tassenrand gesetzt wird und ein akustisches Signal gibt, sobald der Becher voll ist, gelang es ihnen, Wasser einzuschenken, ohne dass der Becher überlief.

Ebenso spannend war ein Buchstabenlernheft für blinde Schulanfänger. Die Kinder durften die tastbaren Buchstaben und Punkte mit den Fingern erkunden und erfuhren, wie blinde Kinder lesen und schreiben lernen.

Anschließend erklärte Frau Lipp den Umgang mit dem Blindenstock. Natürlich durften die Kinder diesen ebenfalls selbst ausprobieren und merkten schnell, wie wichtig er für Orientierung und Sicherheit im Alltag ist.

Ein weiteres Highlight war die App „Be My Eyes“. Die Kinder staunten nicht schlecht, als Frau Lipp zeigte, wie die App aufgenommene Fotos mit Hilfe künstlicher Intelligenz sehr detailliert beschreibt. Gemeinsam wurden mehrere Bilder aus dem Klassenzimmer aufgenommen und anschließend die ausführlichen Beschreibungen angehört. So konnten die Kinder erleben, wie sehbehinderte Menschen sich mit Unterstützung moderner Technik ihre Umgebung erklären lassen.

Auch ihre Uhr mit Zeitansage sorgte für staunende Gesichter. Die Kinder konnten erleben, wie technische Hilfsmittel den Alltag sehbehinderter Menschen erleichtern.

Neben den vielen praktischen Erfahrungen sensibilisierte Frau Lipp die Kinder auch für die Herausforderungen, denen blinde und sehbehinderte Menschen im Alltag begegnen. Besonders eindrucksvoll erklärte sie, welche Schwierigkeiten durch Unachtsamkeit anderer entstehen können. So berichtete sie beispielsweise von E-Scootern, die achtlos auf Gehwegen abgestellt werden und dadurch zu gefährlichen Hindernissen werden können. Die Kinder verstanden schnell, wie wichtig gegenseitige Rücksichtnahme ist.

Der Besuch von Frau Lipp war für alle Kinder eine wertvolle und eindrucksvolle Erfahrung. Durch ihre Offenheit, ihre lebensnahen Erzählungen und die vielen praktischen Beispiele erhielten die Schülerinnen und Schüler einen authentischen Einblick in den Alltag eines sehbehinderten Menschen. Gleichzeitig lernten sie, wie moderne Hilfsmittel den Alltag erleichtern können und wie wichtig Verständnis, Rücksichtnahme und gegenseitige Unterstützung sind.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Lipp für ihren Besuch, ihre Zeit und die vielen spannenden Einblicke. Dieser besondere Vormittag wird den Kindern sicher noch lange in Erinnerung bleiben.