Konzert mit dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks im Herkulessaal

Konzert mit dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks im Herkulessaal

video
play-sharp-fill
Wenn das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks zum Konzert in den Herkulessaal ruft, dann dürfen natürlich die Schüler und Schülerinnen unserer Grundschule Garching-Ost nicht fehlen! Für uns als musikbegeisterte Grundschule gewissermaßen ein Pflichttermin. 27 Schüler und Schülerinnen durften mit: als Belohnung für ihren tollen Auftritt beim Projekttag der Max-Mannheimer-Mittelschule Anfang Februar im Bürgersaal. Dort hatten sie am Ende des Erinnerungstages für einen „Gänsehautmoment“ mit ihrem Stück „Schau den Menschen nur in ihre Augen“ gesorgt. So jedenfalls hatte es der Berichterstatter im Münchner Merkur wahrgenommen.

Und um Stimmungen in der Musik und Gänsehaut ging es ja auch beim Konzert des BRSO: da fragte doch Anne Schönholtz, die zusammen mit Checker Julian das Konzert moderiete, ob nicht die „Nimrod“-Variation (Nr. IX) aus Edward Elgars Enigma-Variationen (op. 36) auch für ein solches Gefühl sorgte. Hätte ja durchaus sein können, da das Stück zu einem der ergreifendsten Stücke der spätromantischen Musik zählt und beim Publikum in der Regel tiefe Emotionen auslöst.

Aber nicht nur bei diesem Stück gab es für die Kinder großes Gefühlskino. Für unsere Kinder war es insgesamt ein fantastisches Erlebnis, ein Konzert, und alles was dazugehört, von außergewöhnlicher Güteklasse erleben zu dürfen: dazu noch in der 1.Reihe und quasi in unmittelbarer Nähe zu den Musikern und Musikerinnen zu sitzen.

Und so war es auch nicht verwunderlich, dass Checker Julian eine Schülerin unserer Schule, nämlich Karima aus der 4a auswählte, die auf der Bühne mit einer weiteren Schülerin aus einer anderen Schule zur Musik des BRSO unter Leitung von Sasha Scolnik-Brower malen durfte. Karima wusste natürlich nicht, welche Musik gespielt wurde, aber sie traf den bildhaften und malerischen Charakter des Stückes von der Farbgebung als auch von der Darstellung der einzelnen bildgebenden Komponenten haargenau. Als sie von Checker Julian nach dem Ausdruck ihres Bildes gefragt wurde, war sie auf der großen Leinwand, für alle sichtbar, im großen Herkulessaal zu sehen. Karima strahlte über das ganze Gesicht, als sie wieder zurück zu ihren Klassenkameraden und -innen kam. Diesen Moment wird sie sicher ihr ganzes Leben nicht vergessen. Und der Klang der Moldau, so hieß das Stück nämlich, hat sich bei ihr auch ganz bestimmt tief eingeprägt.

Das Konzert verging wie im Flug, nicht zuletzt, weil es so abwechslungsreich und unterhaltsam war. Mit einem Dezibelmessgerät wurde gemessen, welches Instrument am lautesten klingt. Zuerst mussten die Kinder tippen, ob es die extrem hell und hoch klingende Piccoloflöte von Jonas ist oder die Tuba von Stefan mit ihrem fülligen und tragfähigen Ton oder doch der metallisch dröhnende Beckensound von Stefan. Was tippst du?

Am Ende war das Ergebnis ganz knapp, denn es waren jeweils nur 2 Dezibel Unterschied zwischen Piccolo (116 dB), dem Becken (118 dB)) und der Tuba, die immerhin 120 dB an Laustärke erzeugte.

Wer hätte gedacht, dass man mit einer alten Schreibmaschine richtig tolle Musik machen kann. In einem bekannten Musikstück aus dem Jahre 1950 wird eine Schreibmaschine als Percussionsinstrument verwendet.

Dabei werden drei besondere Geräusche genutzt: das schnelle Klappern der Tasten, das Klingeln beim Zeilenende („Bell“) und das mechanische Geräusch des Wagenrücklaufs („Carriage Return“). Der Text, der am Ende herauskam? Na ja, besonders viel Sinn ergab er nicht, meinte Checker Julian, eher Kauderwelsch. Aber dafür war es toll, zu sehen, dass alte Dinge nicht nutzlos sind und man ganz andere Dinge daraus machen kann, als wofür sie eigentlich vorgesehen waren.

Ein Film ohne Musik? Unvorstellbar. Gerade die Musik sorgt für die richtige Stimmung, sei es für spannende Momente, dramatische Szenen oder aber auch lustige Augenblicke. Wie es sein kann, wenn Musik nicht dazu passt, dafür sorgte ein Vergleich von zwei gleichen, gespenstischen Filmszenen mit unterschiedlicher Begleitmusik. Erkenntnis: Die Dixie-Musik ist etwas fehl am Platz und sorgt eher für Ehreiterung als den nötigen Gruselmoment.

Am Ende gab es dann noch furiose Musik, bei dem auch jedes Kind sein eigenes Instrument einsetzen durfte: die Stimme. Frei nach dem Motto „Singe, wem Gesang gegeben“ waren alle Kinder aufgefordert, die Europahymne mitzusingen. Der Text von Friedrich Schiller „Ode an die Freude“ ist durchaus etwas in die Jahre gekommen und nicht mehr so ganz aktuell. Deshalb erfand auch Checker Julian schnell mal einen kind- bzw. jugendgemäßen Text, wo es dann anstatt „Alle Menschen werden Brüder“ einfach „All people will be bros and sis“ heißt. Die Kinder fühlten sich ernst genommen und angesprochen und so wurde dann auch eingestimmt in eines der wohl mächtigsten und imposantesten Werke der Musikgeschichte: Beethovens Neunte, bevor die Ouvertüre aus Bizets Oper „Carmen“ die Kinder aus einem tollen Konzert entließ.